Nachdem es lange Jahre keinen Nachwuchs bei den Brillenlanguren gegeben hatte, ist am 25.April innerhalb eines halben Jahres schon das zweite Baby zur Welt gekommen.
Der Vater
wurde 1988 ebenfalls in Wuppertal geboren. Im geschlechtsreifen Alter zog er um in den Amsterdamer Zoo, wo er eine Zuchtgruppe übernehmen sollte. Aufgrund der dortigen beengten Verhältnisse kam es leider nicht zum gewünschten Zuchterfolg, die dortige Gruppe wurde aufgelöst und das Brillenlangurmännchen reiste zurück an seinen Geburtsort.

Dort warteten bereits einige Weibchen auf ihn, die gerade ihren Zuchtmann verloren hatten.
Allerdings musste er noch einige Zeit hinter den Kulissen verweilen, weil die Damen noch den Nachwuchs seines Vorgängers aufzogen und die Gefahr bestand, dass er die Kinder töten würde. Als er dann endlich zu seinem neuen Harem gelassen wurde, passierte vier Jahre nichts. Es kam zwar zu einigen unbeholfenen Deckversuchen, aber das war es dann auch. Die Damen wurden zwar dicker, aber leider nicht schwanger.
Die Geburt des noch namenlosen Jungtieres

verlief ohne Komplikationen, die Affenmütter sind bereits erfahrene Mütter und Tanten. Die Integration in die Gruppe machte auch keine Probleme. Die leuchtende Farbe

des Jungtieres wirkt sehr anziehend und es wird von allen Gruppenmitgliedern abwechselnd herumgetragen. Während man das Jungtier

aufgrund seiner hellorangen Farbe sehr gut erkennen kann, hat sich der Nachwuchs vom November letzten Jahres bereits grau-schwarz verfärbt und ist nur durch seiner Größe

von den erwachsenen Tieren zu unterscheiden.
Nur in wenigen Zoos kann man Brillenlanguren sehen, in Europa nur in Wuppertal und England. Diese Affen gehören zur Familie der Schlank- oder Blätteraffen und haben ihren Namen von den auffallenden weißen Augenringen.
In freier Natur leben Brillenlanguren in Malaysia in Gruppen bis zu 17 Tieren, aber auch im Wuppertaler Zoo lebt eine relativ große Gruppe von mittlerweile zehn Tieren, die bisher auch sehr gut gezüchtet hat.
Die Brillenlanguren ernähren sich ihrer Heimat vorwiegend von Blättern, was in Zoohaltung allerdings ziemlich schwierig ist. So wurden die Tiere mit dem empfindlichen Verdauungssystem auf Obst und Gemüse umgestellt, was ihnen aber auch sehr gut bekommt.
Die erwachsenen Männchen haben innerhalb der Gruppe drei verschiedene Aufgaben. Sie verteidigen das Territorium, sorgen für den Zusammenhalt der Gruppenmitglieder und schützen Weibchen und Jungtiere vor möglichen Angreifern. Die männlichen Jungtiere werden im Alter von ca. vier Jahren von dem Männchen vertrieben, deshalb müssen diese Jungmänner dann auch im Zoo aus der Gruppe genommen werden.